BURILABS
SECURITY RESEARCH LAB · Spezialanalyse · Oktober 2026

Mercedes XOR-Skandal: Kryptografie aus den 1960ern für Connected Cars

Die Mercedes me App verschlüsselt Produktions-OAuth-Credentials mit XOR. Das ist kein Verschlüsselungsalgorithmus — es ist eine bitweise Operation, die in den 1960er-Jahren populär war. Wir haben sie an einem Nachmittag reversed.

Was ist XOR-Verschlüsselung?

XOR (Exclusive OR) ist eine bitweise Operation: plaintext ⊕ key = ciphertext. Das Problem: ciphertext ⊕ key = plaintext. Wenn der Schlüssel im selben Binary liegt wie der Ciphertext, ist die „Verschlüsselung“ wertlos.

Genau das ist bei der Mercedes me App der Fall: Schlüssel und verschlüsselte Daten liegen im selben APK-Binary. Jeder, der die App aus dem Google Play Store herunterädt, hat beides.

Was wurde exponiert?

CredentialUmgebungRisiko
OAuth Client SecretProduktionCritical
API Gateway TokenProduktionCritical
Vehicle API CredentialsProduktionCritical

Credential-Werte sind in diesem Bericht redaktiert. Die Methodik und betroffenen Kategorien werden offengelegt.

Warum XOR keine Sicherheit bietet

Vergleich mit echter Verschlüsselung:

EigenschaftXORAES-256
SchlüssellängeVariabel, oft kurz256 Bit
Bekannte-Klartext-AngriffTrivialNicht praktikabel
Schlüssel im BinarySofort extrahierbarErfordert HSM/TEE
IndustriestandardNein (seit 1970er)Ja (NIST, BSI)

Methodik

Statische Analyse der öffentlich verfügbaren APK. Der XOR-Schlüssel wurde durch Pattern-Analyse im dekompilierten Bytecode identifiziert. Kein Systemzugriff. ISO 29147.

Weitere Berichte

Vollständiger Report →